Commodore 64

Schon bevor mein letzter Beitrag zur Commodore 64 Reihe online war, hatte ich schon einige mit meinem Retrofieber angesteckt. Zumindest in der Theorie. Denn man unterhält sich ja und dabei kommt zwangsläufig auf den Tisch womit man sich derzeit beschäftigt. Unter anderem ging es um den

Commodore 16

Das Modell war auch mal in meinem Besitz. Um 1985 kaufte ein Bekannter meines Vaters den Rechner, nutzte ihn jedoch nicht, sodass er irgendwann bei uns landete. Optisch war das Teil auch schick. Hab ich schon erwähnt das mir der Brotkasten sehr gut gefallen hat?!

Der C16 war nicht kompatibel mit dem C64. Zudem hingen die Ports beim 64er ungeschützt direkt an den Chips was ihn extrem anfällig für ESD-Schäden machte, wogegen der 16er unempfindlicher konstruiert wurde. Genau das machte ihn für mich zum perfekten Bastel-Objekt und er landete im Keller. Zum einen war wie erwähnt die Hardware robust, und zum anderen war die Syntax des Commodore BASIC die selbe. Wenn gleich die Speicheradressen zumeist andere waren wodurch man PEEK und POKE nicht eins zu eins übernehmen konnte. Commodore BASIC 3.5 hatte allerdings einige Neuerungen die recht gut waren. Man konnte beispielsweise einzelne Programmzielen anzeigen lassen mit LIST 250. Oder einen kompletten Abschnitt mit LIST 250-350. Mit RENUMBER konnte man neu in 10er Schritten durchnummerieren lassen. Zudem hat er mit dem TED einen neuen Chip bekommen der zu den 16 Grundfarben auch 8 Helligkeitsstufen pro Farbe konnte. Abzüglich 8x Schwarz und noch 8x Schwarz konnte er 112 Farben gleichzeitig darstellen. Und er besaß zwei Tonkanäle. Obwohl der 16er keine echte Bit-Samplerate besaß, nutzten Programmierer einen Trick: Sie steuerten das 8-stufige Lautstärkeregister im TED extrem schnell über CPU-Interrupts an (z. B. mit 4 kHz oder 8 kHz). Durch das schnelle Ändern konnte man eine Art 4-Bit-PCM-Audio erzwingen – das klang zwar etwas rauschig, spielte aber echte Sprache oder Musik ab. Damit war Commodore damals dem x86 um Jahre voraus.

1989 nahm unsere Hauptschule unter der Leitung von Lothar Waigand an dem Projekt „Informatik an Hauptschulen“ des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus teil. Lothar, unser Lehrer meldete die Schüler an dem Wettbewerb zu diesem Projekt an. Dazu musste man sich ein Programm überlegen welches man in der Schule schreiben musste und welches dann eingereicht wurde. Ich hatte mein Programm zuhause unter Commodore Basic 3.5 vorbereitet.

Nun war es leider so, das Commodore Basic nicht ganz das selbe war wie GW-Basic welches wir in der Schule verwendet haben, wenn gleich die Basis beider aus der Hand von Bill Gates stammt. Vor allem aber gab es unter VGA nur 16 Farben von denen nur 8 für den Hintergrund zur Verfügung standen. Also habe ich in der Schule das Programm so umgebaut, das nicht die Helligkeit sondern die Farben durchgezählt wurden.

Die Commodore Version hatte potential für den ersten Platz, aber so hat es leider nur für den zweiten gereicht. 😉

Commodore 128

Das Zweite Thema war der Commodore 128.

In unserer Unterhaltung ging es speziell um das Modell 128D. Damals ein wichtiger Unterschied 🙂 Da kaum Spiele speziell für den 128er entwickelt wurden, haben die meisten Besitzer diesen in der Praxis fast ausschließlich als einen etwas moderneren, schickeren 64er genutzt. Da im inneren des C128 die Komplette Hardware vorhanden war die auch der C64 hatte, konnte man den 128er im C64-„Modus“ laufen lassen. Dazu gab es drei Möglichkeiten:

  • Automatisch über ein Cartridge Modul
  • Durch drücken der Commodore Taste beim Einschalten (Beim BMC64 Emulator je nach Tastaturlayout und Belegung z.B. SHIFT)
  • Durch Eingeben des Befehls GO 64

Da der 128er erst um 1986 auf den Markt kam war dieser außer bei meinem Nachbarn für mich kein Thema. Zwei Jahre später war bereits der Commodore Amiga 500/2000 am kommen.

Technische Daten:

  • Prozessor: MOS8502 – 2 MHz, Zilog Z80 4 MHz
  • Speicher: 128 KB RAM
  • Betriebssystem: Basic 7.0, CP/M Plus
  • Auflösung: 640×200 bei 112 Farben

Allerdings finde ich zwei Dinge doch recht beachtlich. Zum einen hatte der 128er bereits einen Nummernblock, und zum anderen ist die Ähnlichkeit zwischen Commodore 128 und Amiga 500 frappierend.

Ebenso sieht es beim 128D/128DCR aus, der bereits ein Desktop-Gehäuse hatte und dem Amiga 2000 ziemlich ähnlich sieht nur ein bisschen flacher.

Wer noch interessante Anmerkungen oder Geschichten zur Commodore Ära hat, immer her damit.

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