Kartonfalzmaschine

In der letzten Erdbeersaison waren wir mit den Kindern bei der Erdbeerernte. Neben den ca. 4 kg Erdbeeren die von den Zwergen direkt auf dem Feld verdrückt wurden, haben wir schätzungsweise 104 kg Erdbeeren mit nach Hause genommen. Naja, ok, es waren wohl ehr die 3 kg auf dem Bild und weitere 5 kg an folgenden Tag.

Trotzdem viel zu viel für zum Essen. Also kam mein allerbester Schatz auf die Idee, die Reste zu Marmelade zu machen. Prima dachte ich, so kann ich mein Sortiment von Steffen‘s Feinkostprodukten neben meinen Chilis aufstocken.

So haben wir also unzählige Gläser Erdbeermarmelade eingekocht. Viele davon in WECK Tulpengläschen, um daraus Giveaways für Freunde und Bekannte zu machen.

Ich habe dann Schildchen für die Gläser gedruckt, und gefaltet. Das Ergebnis war nicht nach meiner Zufriedenheit, denn beim Knicken von 200g Papier reißen die Fasern auf und es sieht unschön aus.

Also wollte ich eine Falzmaschine. Aus Mangel an Zeit, habe ich das verworfen. Später dann habe ich meine Williams Christ Birnen eingekocht, für die leckeren Willis im Winter. Habe Schildchen gedruckt. Wollte eine Falzmaschine, und habe es aus Mangel an Zeit verworfen. Im Oktober dann habe ich meine Weintrauben geerntet. Aus den Muskat-Trollinger Trauben habe ich dann Gelee gekocht und mein Sortiment an Delikatessen weiter aufgestockt. Hab Schildchen gedruckt, und was soll ich sagen… keine Zeit! Nun, vor ein paar Tagen habe ich wie jedes Jahr Steffen‘s Bärlauchpesto gemacht und abgefüllt.

Und da man eine Falzmaschine wie die Vergangenheit zeigt immer mal braucht, habe ich mich daran gemacht, eine zu bauen. Nachdem ich herausgefunden habe, wie das Grundprinzip funktioniert, habe ich mit der Konstruktion angefangen. Ich hab mir gedacht, ich baue das Teil wie eine Fliesenschneidmaschine. Also erst mal ein Kugellager und zwei Linearkugellager zusammengesucht, dazu ein paar Rundstäbe aus eloxiertem Alu und Edelstahl, ein paar Federn, Schrauben etcpp. Der Rest kommt aus dem 3D Drucker.

Zur Grundplatte kommt die einstellbare Falzrolle, Einsätze für verschiedene Papier/Karton Grammaturen beziehungsweise zunächst zum experimentieren was die optimalen Maße sind, und ein einstellbarer Anschlag. Mit dem Druck der nötig ist um das Papier zu Verformen habe ich mir etwas schwer getan. Über die 70 Newton die dafür angeblich nötig sind musste ich mich zunächst mal mit der KI auseinandersetzen. Laut Gemini hält ein 3D Gedrucktes Teil in der von mir gewählten Form die 7 kg Druck nicht aus ohne sich selbst zu verformen. Um später den passenden Anpressdruck in der Falzmaschine einstellen zu können, habe ich zunächst die Federn auf einer Küchenwage mit 7 kg belastet und gemessen wie weit sich diese dabei zusammendrücken. Danach habe ich die Teile zusammengebaut.

Ich bin froh behaupten zu können: Praxis schlägt Theorie!

Das Ergebnis ist Spitze. Die gefalzten 200g Drucke sehen aus wie von einer professionellen Kartenmacherei bestellt.

Nicht die kleinste aufgerissene Stelle beim Druck, weder offen noch gefaltet, und eine saubere gleichmäßige Falz. Ich bin sehr begeistert. Das habe ich dann gleich genutzt um ein paar neue Schildchen anzubringen.