Vor ein paar Tagen hatte ich eine Unterhaltung mit einem Freund bei der es um Add-Blocking ging. Ich habe ihm von DNS4EU aus meinem letzten Beitrag erzählt, und das diese je nach gewähltem DNS-Server schon Add-Blocking machen.
Er hat mir im Gegenzug von einem (bereits über ein paar Jahre gereiften) Tool namens PI-Hole erzählt welches er nutzt. Hört sich interessant an dachte ich mir, und muss ich dann mal testen.

Also habe ich das Tool installiert. Heidewitzka… Der Core lief auf Anhieb. Auf das Webinterface konnte ich nicht zugreifen. Als Tipp Vorweg, wer sich zum Testen Ärger ersparen will macht RasperryOS aka Debian 12 auf den PI und installiert direkt pihole.
Es hat mich geärgert und wenn mich was ärgert will ich das gelöst haben. Der übliche Chatbot konnte mir nicht helfen, weil er fest davon überzeugt war, das lighttpd als Webserver verwendet wird. Ok, dachte ich mir. Ich hab Apache2 also wofür benötige ich noch einen Webserver. Wie sich herausstellte war lighttpd auch nicht installiert. So konnten sich auch keine Ports gegenseitig blockieren. Und ich konnte 80 und 443 auch nicht auf 8080 und 4443 verschieben wie empfohlen. Also das Webinterface neu installiert und geschaut was da passiert. Er holt sich die Files aus nem Git und kopiert sie nach var/www/html/admin. Dort lagen dann die Files als *.lp „Lua Pages“ ab. Gut dachte ich, installiere ich halt die Apache Erweiterung für Lua Pages. Pustekuchen „Dieses Modul steht für ihr System nicht zur Verfügung oder ist Abgelaufen. Ahhhhhh….
Nach längerem Suchen habe ich dann herausgefunden das pihole ab v6.2 einen integrierten Webserver Namens CivetWeb verwendet. Also von vorn, Apache2 stoppen, /admin aus dem DocumetRoot löschen, pihole Installationsscript erneut aufrufen. pihole-FTL stoppen. Nun kann man in der pihole.toml den Port ändern. Die richtige Syntax ist
port = "8080o,4443os,[::]:8080o,[::]:4443os"
Apache2 wieder starten, pihole-FTL wieder starten, und einloggen!

Es ist verrückt. 22% geblockte Inhalte. Aber nicht nur das. Selbst beim Streaming *kann* größtenteils die Werbung entfernt werden. Der ultimative Test ist hier die Website heise.de Hier kann man optisch prima sehen, das es zwischen DNS4EU – Ad Blocking und Pi-Hole noch merkliche Unterschiede gibt.
Aktueller Stand 17.12.2025:
Inzwischen hat wieder jedes Subnet seine eigene „DNS Konfiguration“.
Bekannte Geräte Zone
Bekannte Geräte Kinder Zone
Bekannte Geräte IoT Geräte Zone
Unbekannte Gast Geräte
Realisieren kann man das über die Gruppenfunktion in der GUI und der Clientzuordnung. Alle DNS anfragen von Clients die Internetfreigabe haben, werden zum PI-Hole gezwungen und von da direkt über DoH zu DNS4EU TYP2. Fehlt nur noch das Script das die MAC Adressen aus der dhcpd.conf ausliest und in die gravity.db von Pi-Hole einträgt.
Domains oder Subdomains lassen sich im Menüpunkt Domains white oder blacklisten. Ich finde es allerdings einfacher das über die verwendeten Blocklisten zu machen.

Ergänzend:
Da es doch einige Fragen zu diesem Post gab: Um mich hier nicht angreifbar zu machen habe ich die Formulierung in meinem Post an einer Stelle leicht geändert. Des weiteren würde ich natürlich nie Werbung von Streaming-Diensten blockieren.
Ein klitze kleines bisschen Sarkasmus ist zu spüren ja, aber nichts desto trotz gibt es bei mir keine Anleitung um Werbung beim Streaming zu blockieren.
Gerne verweise ich auf die Website https://firebog.net wenn es um Blocklists geht. Hier ist mit Sicherheit für jeden was dabei. Und der erste Teil des Domain Namens ist reiner Zufall 😉